SPRUCHREIF-ost
An einem Osterfeuer gebar sich der Gedanke an des Ketzers Feigheit in heutiger Zeit und verewigte sich im geschriebenen Wort als Dialog zwischen Alt und Jung!
Die Ketzer sind feige geworden
Adalbert Haberbeck 1950
Wir standen am Feuer zu den Ostertagen
gedankenverloren in den Schwaden.
Auf der Seite des Windes standen die Kinder
und besorgten das Holz zum Tode des Winters.
Unbedarft die Gedanken aufzumuntern
fingen wir schamlos an zu flunkern.
Warum dort oben keine Ketzer flennen
und wie vor 500 Jahren lichterloh brennen.
Somit ward der Vorwand geboren
die Ketzer sind feige geworden.
Jeglicher Ketzer stand nie alleine
ihm stand stets ein Hetzer zur Seite.
Denn er hat sich nicht aus freien Wegen
auf das Feuerholz begeben.
Dahin hat ihn der Hetzer gebracht
in trunkener Zwietracht um die Gunst der Macht.
Und wenn sich der Rücken der Ketzer krümmte
im Feuer des Ordens je nach dem Winde,
dann war allen klar und besonders den Horden,
die Ketzer sind feige geworden.
Die Feigheit war damals keine Tugend
und der Tod nur das Ende der Jugend.
Deren Ende wird heute als Tod empfunden
und die Feigheit in Vorteil umgewunden
nach dem Grundgesetz der Barbarei,
was nach mir kommt ist einerlei.
In dem der Hetzer als Hetzer sich nun selber klont
wird der Ketzer unerhört oder mit Orden verschont.
Somit ist alles klar,
für uns die Kohorten -
die Ketzer sind feige geworden.
Die Ketzer sind feige geworden
Oliver Sachse 1972![]()
Nun,
als Vertreter ihrer Spezies die betagt an Jahren -
stehen sie am Feuerrand.
Schüren voller Freude züngelnde Flammen,
ohne Hintergrund -
ohne Verstand.
Dem einen oder anderen,
verirrt in Wehmutsschleifen -
versetzt sich das Gemüt in Melancholie.
Neigt zum Trübsal,
zur Sentimentalität.
Feuer, Feuer speie nur heiß
töte Faulheit im Verstand
Feuer, Feuer speie heiß
töte Hochmut in den Seelen
Vergangen sind die Zeiten,
als Reisig geschichtet um einen Pfahl.
An geweihtem Holz,
brennend sollte Zweifel vergehen -
Seelen schrien fürchterlich.
Noch bevor am Holze wimmernd,
voller Schmerz und Todesangst -
sie ihrem Schicksal entgegen darbten.
Brachten Zweifel ins Rudel,
taten Kund was Ängste schuf -
schienen vom Teufel besessen,
mit Fleisch und mit Blut.
Feuer, Feuer speie nur heiß
wälz dich über verlogenes Land
Feuer, Feuer speie heiß
töte Hochmut im Verstand
Ungehört und ungesehen flehen nicht in Feuersbrunst,
der Strafe verschont - mit den Anderen stehen,
im Sumpf ihres schrumpfenden Mutes.
Unterjocht und gezähmt,
im Selbstbetrug wiegend.
Hinter vorgehaltener Hand schreien leise,
ihre Meinung -
und in meterhohen Flammen brennt,
die Feigheit -
ihre Angst.
Feuer, Feuer speie nur heiß
brenne, brenne lichterloh
Feuer, Feuer speie heiß
töte Hochmut im Verstand
Noch immer erbrechen sie die Wahrheit,
knebeln vermeintliche Lügner an die Wand.
Die Henker der Richter sind verschwunden,
waten ohne Gegenwehr -
über Selbstmitleid,
über triefenden Selbstbetrug -
saftendes trostloses Land.
Mut in seiner Ursprünglichkeit,
ja -
die Ketzer sind feige geworden.
Getauscht die Wahrheit mit plakativen Verstand.
Der Mut zu entgegnen,
die Kraft zu bestehen -
zu trotzen,
wie ein Scheit im Feuer auf ewig verbrannt.
Feuer, Feuer speie nur heiß
nun hat der Ketzer dich in der Hand
tanzend in Flammen
deine glühenden Dämonen,
nahmen sich Mut
die Kraft und den Verstand.
Feuer, Feuer speie nur heiß
Deine Macht
ist beherrscht.
Aus der Spontaneität heraus in den Dialog, welcher im Geschriebenen als Gewinn auf Ewig erhalten bleibt... Zwei Menschen, zwei unterschiedliche Lebensläufe mit einem Alterunterschied von 23 Jahren ergeben sich ihren Gedanken im Fokus auf ein Thema und schaffen somit Offenheit, Loyalität und gegenseitigen Respekt der verbindet!
One Way Ticket
All Inclusive
Dresden den 09.06.2001
Verstummt ist der Ruf,
in unserem Lande -
der Sturm,
trug die Gier mit sich fort.
Jetzt wehen hier,
die lauen Winde -
nur manche,
die spüren Ihn noch.
Die Pracht unseres Sein's,
die wir uns - erwünschten,
in ihr wir uns quälend baden.
Der Preis des Drängens,
welches lauthals verkündet -
Wut und die Angst,
es nicht zu erleben.
Bis ins Zimmer des Kindes,
ist die Pracht nun geschwappt -
im Rausch der Masse verdummen.
Tagtäglich wir,
das Neue erbrechen -
genüßlich,
essen wir es wieder auf.
Wo sind denn die Werte,
die keiner begehrte -
vorher,
als es war wie es war.
Belächelt von jenen,
die wir uns erwünscht -
erklärend versuchen zu leben.
Als wäre nichts passiert,
sie reichen uns den Besen -
und wir,
wir kehren dem Sturm hinterher!
Glashaus
24.06.2004
Gut gethront,
sicher
Abgeschirmt transparent
höre zwar doch kann's nicht fassen,
Hände bleiben leer
Blick beschränkt,
Monotonie
Rieche nicht -
Welt
Behütet im Quadrat,
man beobachtet mich
An mir vorbei,
Kinder
An mir vorbei,
Zeit
Verrichte begrenzt,
Liebe?
Dialoge zu zweit,
Einsam
Abläufe bekannt,
Erlebtes - weit weg
An mir vorbei,
Empfinden
An mir vorbei,
Gefühl?
Scheiben die beschlagen,
Fratzen ich - mit Fingern male
Luft erdrückend,
kein Baum - keine Wiese
Fühl mich sicher,
hier -
und doch...
vermisse Freiheit
An mir vorbei,
Augen
An mir vorbei,
ohne Halt
" Ohne Namen "
Wege die sich gabeln
Seelen die sich trennen
Gefühle die sich reiben
Emotionen sich verirren
Wie auch immer Leben pulst
Mit Tragik oder Glück
Wie auch immer sich entscheidet
Herz nach seinem Horizont
Empfinden ist untötbar
Bewusstsein der Garant
Entscheidung legt sich fest
Aus Flucht oder
Grundbedürfnis
So breit ist das Treiben
Das jahr so fett an Gehalt
Wenn Zeit Wunden heilt
So soll sie schnell vergehen
Erinnerung hat Wert
Die Zukunft als Ziel Bestand
Vergangenes wird prägend warten
Im Glück hinter steilem Berg
Auch in kommenden Jahren werden Blumen blühen
Wird Sonne strahlen
Wieder werden Blätter braun
Kalt der Schnee in Flocken fallen
Bewusst des Anderen
Geliebt zu sein
Bewusst ein Teil zu sein
Des Lebens
Froh Empfindungen spüren zu können
Auch
Wenn sie Abschied nehmen
Schmerzlich
Viertel vor Sechs
Deutschland,
morgens viertel vor sechs.
Düstere Blicke,
die Zunge lechzt -
lechzt nach Daten aus der Zeitung Bild.
Auf zum Job,
zum Geld verdienen -
mit welchem sich kann,
ins Leben beamen.
Das Auto rollt,
die Hose passt -
an irgendetwas hat man nicht gedacht,
irgendwas vermisst man.
Irgendetwas erkennt man nicht...
Im Alter dann,
uns wird's bewusst -
das Leben ist uns entfallen.
Der Körper kaputt,
der Geist zermürbt -
und die Seele,
total verquirlt.
Zur Reue merkt man,
ist's zu spät.
Kaum noch ein Rad,
welches sich dreht.
Mit leeren Augen verfolgt man dann,
jene -
die es anders getan und tun.
All das Versäumte,
sitzt spöttisch im Nacken -
die Seele beginnt zu schwitzen.
Hin und her getrieben von Gefühlen,
die klaffend wie Wunden bluten.
Wir verdrücken uns,
in unsere Ecke.
Stellen wie gewohnt den Wecker,
viertel vor sechs...
Frühling mit 28
werde 2009 37...
Es haucht kühlend der Wind,
an meinem Ohr.
Fliegen und Bienen summen vorbei
und
leise vernehm ich das Rascheln des Grases.
Ruhig ist es hier,
wo ich so liege -
im Schoß der Welt,
des Mutters Wiege.
Die Wege meiner Tränen,
trocknet die Brise -
von der Sonne erwärmt,
beruhigt meine Seele.
Auch wenn ich weine,
ich trauere nicht -
bin ergriffen vom Leben,
labe daran.
Von innen pulsierend,
Adern und Venen -
das Leben befördernd achtlos dienen...
In den Lidern meiner geschlossenen Augen,
ich kann die Vergangenheit -
als Ganzes sehen.
Und während ich liegend aufgehoben,
in flauschiger Daune -
die Füße kleiner Käfer spür,
seh ich vor mir die Zukunft...
hinter finsteren Wolken -
rückt schnell näher,
wäre bald hier.
Das Plätschern im See,
von sich jagenden Fischen -
von oben am Himmel,
der Schrei des Milans.
Ihr Mund auf meinem,
ihre Brüste so weich -
der Duft von Blumen,
hinter ihrem Ohr.
Reibend uns drücken,
nackt wie geschaffen -
uns zitternd vereinen in berauschender Gier.
Schön ist's,
zu riechen -
atmen und schmecken zu können,
das Leben -
es gehört mir!
Ohne Einfluss
07.03.2007 / 4°°Uhr / Döltiz
Dreh und wende es,
versuche dich im Ausdruck -
Form,
gib dir Mühe oder
sei spontan.
Wie auch immer du es versuchen wirst,
zu definieren.
Wo auch immer du um Erklärung suchst,
vieles -
wird dir ins Ohr gelegt,
verständlich und
klar gemacht.
Manchmal scheint es dir gesonnen,
manchmal nach dir zu trachten.
Je größer der Schatz deines Wissens,
je mehr Informationen du gebunkert hast -
umso mehr,
wird es dich verblüffen.
Du wirst es analysieren,
es versuchen zu begreifen -
Linien wirst du gehen,
gerade Wege beschreiten.
Im Glauben sein...
Du kannst es wenden und drehen,
kannst es -
von oben und unten betrachten,
es annehmen oder
verabscheuen.
Wie ein riesiges unendliches Gebilde,
eine gigantische -
sich im Detail zusammensetzende Struktur...
Die Antwort,
auf jede Frage ein Puzzleteil -
die Beobachtungen,
Unterhaltungen.
Schmerzen und Wonnegefühl,
der Absturz und -
der Gewinn.
In der Geburt -
der Tod.
Wende und drehe es,
versuche es zu erklären -
es neu zu definieren...
...die Struktur,
das Leben.
Vorsicht an der Bahnsteigkante
23.11.2007 / 4:30 Uhr Cafe el dry
.....
Angst,
ich habe Angst vor euch!
......
Ja,
da sitzt ihr nun -
mit all den Anderen.
Die Intelligenzspulen gewickelt,
Mauern gebaut.
Am Rand der unbegrenzten Möglichkeiten schmerzt,
das Gerüst eures maroden Fundamentes.
Hinter dichtem Gestrüpp vergeht Ungesehenes,
über ausgetretene Trampelpfade durch einen Wald -
so voll an Sentimentalitäten,
zum immer wieder selben Ausgangspunkt!
" Die Anderen "
...habe mich auf euch verlassen,
dachte mit euch -
im selben Boot zu sitzen.
! VORSICHT AN DER BAHNSTEIGKANTE !
Nein,
nein, nein - Nein!
Ich will nicht...
Der Zug der Zeit fährt ein,
in einen der vielen Bahnhöfe unserer Lebensabschnitte.
Als wäre man im Kurzurlaub gewesen,
so scheint's -
wieder steigt man ein.
Ein Koloss mit großen Wehmutsscheiben,
bestimmend -
geradlinig,
mit festem Ziel!
Neue Situationen,
so herrliche fremde Umgebung doch schnell -
versunken im Alltag.
Unter Erlebten,
sich wiederholenden Abfolgen -
unberührtes Neuland!
Verschmolzen mit all den Erinnerungen,
tief im Morast der Empfindsamkeit.
Sei spontan, - lache!
Sei simultan, - lasse zu!
Sei bereit,
empfange und an Größe nie zu groß -
zu geben!
Unmöglich sich zu verlieren,
mit dir -
in dir,
für dich.
Angst,
ich habe Angst vor euch!
Angst meinen Verstand zu verlieren,
mein Bewußtsein -
mein Ich...
......
Kindstod
Oliver Sachse / Cafe el dry 26.10.2007 / 4:30 Uhr
Des manchen hat man sich gefragt,
wohin die Reise geht -
am jüngsten Tag bemerkt man dann,
zur Umkehr...ist's zu spät.
Was in dir den Ursprung nahm,
dein Gefährte all die Jahre.
Jetzt hast du es verloren,
dein Alter nahm es dir -
dein Hochmut,
gewachsene Intelligenz.
Gezehrt von ihm, - unbemerkt benutzt.
Fröhlichkeit gepaart mit Unwissenheit,
Mut in der Naivität -
und diese Leichtigkeit in einer schier unendlichen Gedankenlosigkeit.
Nun,
heute unterliegst du kläglichst -
deiner Weisheit -
deinem eigenen Geist.
Mit Händen geschlagen und mit Füßen getreten,
es nicht gefüttert und verdursten lassen -
diesen,
sanften Leib.
Seine Sentimentalität beschnitten,
ihm die Füße gebrochen und die Augen geblendet -
das Herz geraubt.
Jetzt stehst du da,
verwundert -
wartend auf Applaus,
nichts -
jedoch nichts verhallt im Raum.
Was in dir nagt ist dieses Wimmern,
dieser Schmerz im Bauch -
der sich durch deinen Brustkorb gräbt und im Hals,
deinen Atem zu fressen droht -
dich erstickt.
Das Letzte,
was dich am Leben hielt -
dich tanzen lies,
verstarb in dir -
durch dich.
Da liegts gekauert brach in dir,
was mit dir teilen wollte.
Da fault und stinkt aus deinen Poren,
was dir das Leben war.
Verloren,
ohne Wiederkehr!
Deutlich klar,
sind deine Worte -
schwelgend in Vergangenheit.
Im Genick geschärft,
des Beiles Klinge -
Seele,
rächt sich fürchterlich!
Sich zu vergehen an der Geburt,
sich zu erdreisten im Glauben klüger zu sein -
erhaben,
nein.
Da reicht kein noch so dunkler Kerker,
selbst der Tod wäre noch zu fein.
Du hast das Kind in dir getötet,
verloren -
und das ist allerhand.
getauscht mit dem Verstand.
Glaubenskrieg
07.09.2004 Leipzig, Cafe`el dry 4:00 Uhr
Noch in quälenden Windeln liegend,
Form und Bestand wird eingebläut.
Grenzen auferlegt,
ohne sie selbst erkundet zu haben.
Wissen von Jenen,
die gealtert sind -
hinein projiziert in noch unbedarftes,
kindliches Leben.
Da werden Mauern errichtet,
Zaun aufgestellt -
Schutz des eigenen Verstehens.
Alternd wird das Kind geleitet,
Geist ist vorgegeben.
Zwängende Schienen,
Weg klar definiert.
Getötet der Ursprung an Weite,
eigener -
konfuser selbstverständlicher Drang.
Benehmen und Taktgefühl vorgelebt,
eingefordert -
deutlich,
von noch unwissenden Dasein.
In der Entstehung gebärt sich Verderb,
des eigenen Seins -
unterbewußt wird Umgang zerstört.
Gepfercht in Gattern,
sorgfältig angelegt wird gedacht -
gegrübelt,
klar in Definition.
Da gibt’s Formeln der Menschlichkeit,
Formeln -
was Verstand bedeutet.
Da wird beurteilt von seines Gleichen,
was gut -
intelligent ja und,
was sau blöd.
Hochstapelei ist zum Brennen verurteilt,
heute -
die Farbe unseres Bestehens.
Nach Jahren des Lernens,
wie schon seit Gedenken -
mit Grundwissen ausstaffiert.
Gedrängt zum Erweitern des Wissens am Beispiel,
um Fortbestand zu realisieren.
Lohn all des Wissens,
der Intelligenz -
Arbeit um andere zu ernähren.
Zurück bleibt,
klein -
eigenes Denken und Wohlgefühl.
Geraubt durch die Masse...
Marionetten des Lebens,
allesamt -
auf dem Weg zum Schafott.
Zäh,
wie eine klebrige Masse im Selbstmitleid ertrinken -
um es anderen Vorzuwerfen.
Keine Fahnen mehr im Wind,
Parolen -
Türen fest verschlossen,
zum Ich.
Den Anderen haben wir den Schlüssel gegeben...
Im Alter,
wenn sich Geist meist selber kürt -
alles verstehend uns lehnend Brüsten.
Ein Leben voll Schwierigkeiten,
gemeistert durch klaren Verstand.
Kein Wort eigener Inkompetenz,
keine Silbe verrät -
seelisches Leiden.
Den eigenen Weg hoch lobend,
Andere belehren...
Geburt wiederholt sich,
im eigenen Leben -
schmerzlich im schleichenden Tod.
Das Versagen endend,
im naßkühlen Loch -
zeigt uns wahres Wissen und dessen Gehalt,
zeigt uns unser wahres Ich.
Zeigt uns das Ziel unseres Strebens,
das Ziel unserer Intelligenz -
zeigt uns,
das uns nichts unterscheidet von dem Tag an dem wir geboren wurden.
Noch mit größtem Wissen,
wir werden -
unwissend sterben?