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IM WORT - GEDICHTE +

Mastknast oder Fahnenflucht

  " Wie eine Fahne im Wind"

28.11.2009 / 1:30 Uhr

 

 

 

Als wäre man Taub und Stumm,

inmitten des Alltagstrosses -

hinterher,

dem Menschenstrome Ziel.

Die Kragen hoch geschlagen,

kaum das man Gesichter sieht -

Augen schrecken,

Flucht.

Auf Plakaten prangern Thesen,

weithin sichtbar man besticht -

in Wirtschaftskrisen zünden,

Wenige ein Licht.

 

Vernahm man schon so oft,

der wehend Fahnen Seile -

am Maste schlagen klirrend weich,

als grüßten sie -

vielleicht...

 

 
In die Presche,

voll an Tatendrang -

Geist sich windet,

laut!

Als würde man verwirrt im Ziele sein,

nur -

weil sich Zweifel baut.

So schleift sich das Gemüt im Taumel,

vom Regen in die Traufe -

sich selbst und dessen wohl bewusst,

den Trugschluß kaum im Zaume.

 

Vernahm man schon so oft,

der wehend Fahnen Seile -

am Maste schlagend klirrend weich,

als grüßten sie,

vielleicht...

 

Das man nicht in allem rennt,

hinterher und kennt -

was dem Anderen verborgen,

weil er sich nicht bekennt.

Stolz im Wandel der Erkenntnis,

sich eben nicht im Wind zu wiegen -

gelehnt im Schoße der Neurose,

fläzt -

und kotzt von oben...

 

Man sei nicht an den Mast gebunden,

man sei nicht nur -

ne Fahne!

Sträubt sich wild und merkt sich nicht,

im Schlagen -

an den Mast.

Tatsächlich ist des Leibes Qual,

dem Geiste unterlegen -

so dient auf Teufel und komm raus,

dem Symbole nun das Wesen.

 

Vernahm man schon so oft,

der wehend Fahnen Seile -

am Maste schlagend klirrend weich,

als grüßten sie,

vielleicht...

 

Umspannt des all gesamten Lebens,

verborgen ist nichts mehr -

in der Umkehr...

Glaube revolutionär zu sein,

verschwunden -

längst,

wohl im Tertiär -

so scheints.

Fahnen werden weiter wehen,

die Seile singend klagen -

haltend der verklärten Farben,

an die Masten schlagen.

Winden um des Stoffes Fülle,

sich schämend seiner Zwänge!

 

Wie eine Fahne weht,

und -

für alles steht,

weis der Wind wohl noch am ehesten -

wohin er Morgen weht...

The Worlds next Topfoul

England  1:1   USA

12.06.2010

23:45 Uhr

 

 

Flimmernd steht in der Savanne,

am Zenit brennt die Sonne heiß -

dem König gähnt der Fraß im Magen -

im Dornenblatt kühlt Schatten leicht.

Das Weib vereint im Rudel fleischt,

Zähne reißen Haut -

noch verwirbelt sich der Staub Gewalt,

Hatz geglückt -

da Flucht verlor.

 

Weit verliert sich leis Gesang,

dumpfer Takt auf Trommeln -

im Ende ohne Nichts am Sammeln,

Wünsche in die Hoffnung fliehen.

Was noch eben sich ins  Ziel gefunden,

das Wissen spitzer Lanze -

Zwang den Hunger zu besiegen,

stirbt im Weltbegehr.

 

Fern schwillt laut mit falschen Tränen,

über Stadienränge kracht -

Millionen sich im Runden zwängen,

schreien weil es Freude macht.

Falscher Rasen,

Werbebanden -

Länder im Gefecht.

Fahnen wehen,

Farbgesichter -

raunend,

jubeln Weltpokal!

Jenem -

der im Ziele steht,

der Lohn für all die Qualen -

im Gesicht geschrieben steht,

stört sich am Banalen!

 

Verflogen wird der Zauber greifen,

tief ins Landesherz -

übrig bleiben wird das Reiben,

Kod Milliardschwer.

Zurück auf blanker Haut wird siegen,

jener Mut mit Cherosin -

noch im Flieger über Wolken,

wird sich die Nobless verziehn.

Große Augen spiegeln weiß,

im Flimmern unter Löwen -

Linien von denen jeder weis,

was von ihnen übrig bleibt...

 

Lanzenspitze,

Manjokbrei -

Ratten schmecken selten,

im Sturm der Welt verreckt die Wiege,

Menschheitstraum in Bälde.

Lederball und Farbtrikot,

Fußballschuh von Nike -

verloren scheißt in der Savanne,

Gnu und Antilope.

Ums Leben rennend Glauben flimmert,

es sei noch nichts verloren -

doch im Dornenbüschen lauert,

Messeerscharfer  Zahn.

 

Ole' und Faust vom Libero,

klimatisiert verbunden -

sind Zauberkaravanen längst verschwunden,

gibts hier auch keine Bälle mehr.

Onkel FIFA Fußballgott,

Millionenschwer im Pool -

Diashow zum Selbstvergnügen,

arme Welt doch nächtes Ziel -

ein Tor!

 

 

Wie immer spontaner Beitrag zum derzeitigen Hoch des sommerlichen Spektakels. Verblüffend immer wieder, wer sich nur im Mantel einer Fußball WM zu Outen wagt und kurzzeitig das auslebt was er sonst meidet = pure Eigenheit und offene Authenzität! Schade nur, das es gerade die "Klugen" sind die zu solch Anlässen auftauen um dann wieder in der Intelligenz sich versteckend zu verschwinden! Tz tz tz... da bleib ich einfach wie ich bin!

"Erinnerung an die Ostsee"

Nach sanftem Steigen steh ich oben!
Was ragt denn dort so steil erhoben?
Wie blaut dort fern – doch so gerade? –
Ein lang Gebirg vor meinem Pfade!

Gebirg? die Augen muss ich reiben:
Wie soll den Anblick ich beschreiben?
Nicht Berge sind’s, wovon ich spreche;
Nie sah ich diese Pracht von Fläche.

Die hohe See! Des Wortes Wahrheit
Dringt mir an’s Herz mit lichter Klarheit.
Das Meer, das blaue, still besonnte,
Rafft mich empor zu
m Horizonte.

 

Karl Meyer, 1854"

 

 

Steht man bewusst mit seinen Offerten in der Öffentlichkeit, begegnen einem viele Richter mit gestohlenem Wissen welches sie unwissend Nutzen um sich selbst zu profilieren. Gut auch dem Gegensatz zu begegnen um jene Verirrte nach hause zu bringen!

 

 

Prüfe sich was Rügt

Oliver Sachse 19.03.2010

 

Wenn im Leib sich braut ein Sturm,

die Wogen des Gemütes voller Gischt erliegen –

in Raserei des Unbehagens,

über Lippen schwappen.

Eitelkeit und Selbstbetrug,

fehlend der Entscheidung –

über all den Mut dann dennoch siegt,

blinde Wut?

 

Manisch mürben die Gedanken,

noch im Lauf des Neubeginns –

krachen an die Schranken,

eigenen Betruges.

Im Schauspiel schlecht gelehrt am Fenster,

weit hinaus fällt falsches Lachen –

und noch im Selbstgefallen scharrend,

tötet Übermut den Narren!

 

Was nagt im Leib an Seelenschmerz,

was hat dir Feigheit angetan?

Was lässt dich wütend schimpfen,

was dich Deklinieren?

Noch im Eifer deines Neides,

noch im Zuge deiner Frustration –

bereits im Nacken sitzt dir deine Wahrheit,

wartet voller Hohn!

 

Erwartet man im Tagelohn,

für sich im Wesen Ehre –

sollte Reich der Tugenden im Tun,

den Anderen nicht verwehren!

Nun soll der Spiegel Richter sein,

das Ohr der Zunge lauschen –

im Schlafe holen dich an Haaren,

die Seelen deiner Leichen.

 

Was dir die Gabe erst ermöglicht,

der Bestand Vielfältigkeit –

was in dir gebärend fähig,

lag im Anderen schon bereit.

Im Wesen zeigt sich Größe dann,

ist sie sich bewusst –

das nur im Gegenüber,

der Fundus deines Könnens liegt.

Je mehr die Akribie sich übt,

der Negationen dünkt –

je tiefer wird dein Wesen fallen,

in deiner Ängste Schlund.

 

Wer der Meinung ist dem Bunten,

Trostlosigkeit zu unterstellen –

badet wohl in dunklen Wunden,

in Ängsten eigener Farblosigkeit.

Wenn man sich im Tun erhofft,

Anspruch hebt der Eigenheit –

ruht’s im Gegenüber stets zu geben,

wenn man zu Gleichem stets bereit!

 

 

An einem Osterfeuer gebar sich der Gedanke an des Ketzers Feigheit in heutiger Zeit und verewigte sich im geschriebenen Wort als Dialog zwischen Alt und Jung!

Die Ketzer sind feige geworden

Adalbert Haberbeck 1950

 

 

Wir standen am Feuer zu den Ostertagen

gedankenverloren in den Schwaden.

Auf der Seite des Windes standen die Kinder

und besorgten das Holz zum Tode des Winters.

Unbedarft die Gedanken aufzumuntern

fingen wir schamlos an zu flunkern.

Warum dort oben keine Ketzer flennen

und wie vor 500 Jahren lichterloh brennen.

Somit ward der Vorwand geboren

die Ketzer sind feige geworden.


Jeglicher Ketzer stand nie alleine

ihm stand stets ein Hetzer zur Seite.

Denn er hat sich nicht aus freien Wegen

auf das Feuerholz begeben.

Dahin hat ihn der Hetzer gebracht

in trunkener Zwietracht um die Gunst der Macht.

Und wenn sich der Rücken der Ketzer krümmte

im Feuer des Ordens je nach dem Winde,

dann war allen klar und besonders den Horden,

die Ketzer sind feige geworden.


Die Feigheit war damals keine Tugend

und der Tod nur das Ende der Jugend.

Deren Ende wird heute als Tod empfunden

und die Feigheit in Vorteil umgewunden

nach dem Grundgesetz der Barbarei,

was nach mir kommt ist einerlei.

In dem der Hetzer als Hetzer sich nun selber klont

wird der Ketzer unerhört oder mit Orden verschont.

Somit ist alles klar,

für uns die Kohorten -

die Ketzer sind feige geworden.

 

 

 

 

 

Die Ketzer sind feige geworden

 Oliver Sachse 1972



Nun,

als Vertreter ihrer Spezies die betagt an Jahren -

stehen sie am Feuerrand.

Schüren voller Freude züngelnde Flammen,

ohne Hintergrund -

ohne Verstand.


Dem einen oder anderen,

verirrt in Wehmutsschleifen -

versetzt sich das Gemüt in Melancholie.

Neigt zum Trübsal,

zur Sentimentalität.


Feuer, Feuer speie nur heiß

töte Faulheit im Verstand

Feuer, Feuer speie heiß

töte Hochmut in den Seelen


Vergangen sind die Zeiten,

als Reisig geschichtet um einen Pfahl.

An geweihtem Holz,

brennend sollte Zweifel vergehen -

Seelen schrien fürchterlich.


Noch bevor am Holze wimmernd,

voller Schmerz und Todesangst -

sie ihrem Schicksal entgegen darbten.

Brachten Zweifel ins Rudel,

taten Kund was Ängste schuf -

schienen vom Teufel besessen,

mit Fleisch und mit Blut.


Feuer, Feuer speie nur heiß

wälz dich über verlogenes Land

Feuer, Feuer speie heiß

töte Hochmut im Verstand


Ungehört und ungesehen flehen nicht in Feuersbrunst,

der Strafe verschont - mit den Anderen stehen,

im Sumpf ihres schrumpfenden Mutes.

Unterjocht und gezähmt,

im Selbstbetrug wiegend.

Hinter vorgehaltener Hand schreien leise,

ihre Meinung -

und in meterhohen Flammen brennt,

die Feigheit -

ihre Angst.


Feuer, Feuer speie nur heiß

brenne, brenne lichterloh

Feuer, Feuer speie heiß

töte Hochmut im Verstand


Noch immer erbrechen sie die Wahrheit,

knebeln vermeintliche Lügner an die Wand.

Die Henker der Richter sind verschwunden,

waten ohne Gegenwehr -

über Selbstmitleid,

über triefenden Selbstbetrug -

saftendes trostloses Land.

Mut in seiner Ursprünglichkeit,

ja -

die Ketzer sind feige geworden.

Getauscht die Wahrheit mit plakativen Verstand.

Der Mut zu entgegnen,

die Kraft zu bestehen -

zu trotzen,

wie ein Scheit im Feuer auf ewig verbrannt.


Feuer, Feuer speie nur heiß

nun hat der Ketzer dich in der Hand

tanzend in Flammen

deine glühenden Dämonen,

nahmen sich Mut

die Kraft und den Verstand.

Feuer, Feuer speie nur heiß

Deine Macht

ist beherrscht.

 

 

 

Aus der Spontaneität heraus in den Dialog, welcher im Geschriebenen als Gewinn auf Ewig erhalten bleibt... Zwei Menschen, zwei unterschiedliche Lebensläufe mit einem Alterunterschied von 23 Jahren ergeben sich ihren Gedanken im Fokus auf ein Thema und schaffen somit Offenheit, Loyalität und gegenseitigen Respekt der verbindet!

One Way Ticket

All Inclusive

 

Dresden den 09.06.2001

 

 

Verstummt ist der Ruf,

in unserem Lande -

der Sturm,

trug die Gier mit sich fort.


Jetzt wehen hier,

die lauen Winde -

nur manche,

die spüren Ihn noch.


Die Pracht unseres Sein's,

die wir uns - erwünschten,

in ihr wir uns quälend baden.

Der Preis des Drängens,

welches lauthals verkündet -

Wut und die Angst,

es nicht zu erleben.


Bis ins Zimmer des Kindes,

ist die Pracht nun geschwappt -

im Rausch der Masse verdummen.

Tagtäglich wir,

das Neue erbrechen -

genüßlich,

essen wir es wieder auf.


Wo sind denn die Werte,

die keiner begehrte -

vorher,

als es war wie es war.

Belächelt von jenen,

die wir uns erwünscht -

erklärend versuchen zu leben.


Als wäre nichts passiert,

sie reichen uns den Besen -

und wir,

wir kehren dem Sturm hinterher!

 

 

 

Glashaus

24.06.2004



Gut gethront,

sicher

Abgeschirmt transparent


höre zwar doch kann's nicht fassen,

Hände bleiben leer


Blick beschränkt,

Monotonie

Rieche nicht -

Welt

Behütet im Quadrat,

man beobachtet mich


An mir vorbei,

Kinder

An mir vorbei,

Zeit


Verrichte begrenzt,

Liebe?

Dialoge zu zweit,

Einsam

Abläufe bekannt,

Erlebtes - weit weg


An mir vorbei,

Empfinden

An mir vorbei,

Gefühl?


Scheiben die beschlagen,

Fratzen ich - mit Fingern male

Luft erdrückend,

kein Baum - keine Wiese

Fühl mich sicher,

hier -

und doch...

vermisse Freiheit


An mir vorbei,

Augen

An mir vorbei,

ohne Halt

 

 

 

" Ohne Namen "




Wege die sich gabeln

Seelen die sich trennen

Gefühle die sich reiben

Emotionen sich verirren


Wie auch immer Leben pulst

Mit Tragik oder Glück

Wie auch immer sich entscheidet

Herz nach seinem Horizont


Empfinden ist untötbar

Bewusstsein der Garant

Entscheidung legt sich fest

Aus Flucht oder

Grundbedürfnis


So breit ist das Treiben

Das jahr so fett an Gehalt

Wenn Zeit Wunden heilt

So soll sie schnell vergehen


Erinnerung hat Wert

Die Zukunft als Ziel Bestand

Vergangenes wird prägend warten

Im Glück hinter steilem Berg


Auch in kommenden Jahren werden Blumen blühen

Wird Sonne strahlen

Wieder werden Blätter braun

Kalt der Schnee in Flocken fallen


Bewusst des Anderen

Geliebt zu sein

Bewusst ein Teil zu sein

Des Lebens


Froh Empfindungen spüren zu können

Auch

Wenn sie Abschied nehmen

Schmerzlich

 

 

 

 

 

Viertel vor Sechs



Deutschland,

morgens viertel vor sechs.

Düstere Blicke,

die Zunge lechzt -

lechzt nach Daten aus der Zeitung Bild.


Auf zum Job,

zum Geld verdienen -

mit welchem sich kann,

ins Leben beamen.


Das Auto rollt,

die Hose passt -

an irgendetwas hat man nicht gedacht,

irgendwas vermisst man.

Irgendetwas erkennt man nicht...


Im Alter dann,

uns wird's bewusst -

das Leben ist uns entfallen.

Der Körper kaputt,

der Geist zermürbt -

und die Seele,

total verquirlt.


Zur Reue merkt man,

ist's zu spät.

Kaum noch ein Rad,

welches sich dreht.

Mit leeren Augen verfolgt man dann,

jene -

die es anders getan und tun.


All das Versäumte,

sitzt spöttisch im Nacken -

die Seele beginnt zu schwitzen.

Hin und her getrieben von Gefühlen,

die klaffend wie Wunden bluten.


Wir verdrücken uns,

in unsere Ecke.

Stellen wie gewohnt den Wecker,

viertel vor sechs...

 

 

 

 

Frühling mit 28

werde 2009 37...

 

 

 

Es haucht kühlend der Wind,

an meinem Ohr.

Fliegen und Bienen summen vorbei

und

leise vernehm ich das Rascheln des Grases.

 

Ruhig ist es hier,

wo ich so liege -

im Schoß der Welt,

des Mutters Wiege.

 

Die Wege meiner Tränen,

trocknet die Brise -

von der Sonne erwärmt,

beruhigt meine Seele.

 

Auch wenn ich weine,

ich trauere nicht -

bin ergriffen vom Leben,

labe daran.

 

Von innen pulsierend,

Adern und Venen -

das Leben befördernd achtlos dienen...

 

In den Lidern meiner geschlossenen Augen,

ich kann die Vergangenheit -

als Ganzes sehen.

Und während ich liegend aufgehoben,

in flauschiger Daune -

die Füße kleiner Käfer spür,

seh ich vor mir die Zukunft...

 

hinter finsteren Wolken -

rückt schnell näher,

wäre bald hier.

 

Das Plätschern im See,

von sich jagenden Fischen -

von oben am Himmel,

der Schrei des Milans.

Ihr Mund auf meinem,

ihre Brüste so weich -

der Duft von Blumen,

hinter ihrem Ohr.

 

Reibend uns drücken,

nackt wie geschaffen -

uns zitternd vereinen in berauschender Gier.

 

Schön ist's,

zu riechen -

atmen und schmecken zu können,

das Leben -

es gehört mir!

 

 

 

 

Ohne Einfluss

07.03.2007 / 4°°Uhr / Döltiz

 

 

Dreh und wende es,

versuche dich im Ausdruck -

Form,

gib dir Mühe oder

sei spontan.

 

Wie auch immer du es versuchen wirst,

zu definieren.

Wo auch immer du um Erklärung suchst,

vieles -

wird dir ins Ohr gelegt,

verständlich und

klar gemacht.

 

Manchmal scheint es dir gesonnen,

manchmal nach dir zu trachten.

Je größer der Schatz deines Wissens,

je mehr Informationen du gebunkert hast -

umso mehr,

wird es dich verblüffen.

 

Du wirst es analysieren,

es versuchen zu begreifen -

Linien wirst du gehen,

gerade Wege beschreiten.

Im Glauben sein...

 

Du kannst es wenden und drehen,

kannst es -

von oben und unten betrachten,

es annehmen oder

verabscheuen.

 

Wie ein riesiges unendliches Gebilde,

eine gigantische -

sich im Detail zusammensetzende Struktur...

 

Die Antwort,

auf jede Frage ein Puzzleteil -

die Beobachtungen,

Unterhaltungen.

 

Schmerzen und Wonnegefühl,

der Absturz und -

der Gewinn.

In der Geburt -

der Tod.

 

Wende und drehe es,

versuche es zu erklären -

es neu zu definieren...

 

...die Struktur,

das Leben.

 

 

 

 

 

 

Vorsicht an der Bahnsteigkante

23.11.2007 / 4:30 Uhr Cafe el dry

 

.....


Angst,

ich habe Angst vor euch!


......



Ja,

da sitzt ihr nun -

mit all den Anderen.

Die Intelligenzspulen gewickelt,

Mauern gebaut.

Am Rand der unbegrenzten Möglichkeiten schmerzt,

das Gerüst eures maroden Fundamentes.


Hinter dichtem Gestrüpp vergeht Ungesehenes,

über ausgetretene Trampelpfade durch einen Wald -

so voll an Sentimentalitäten,

zum immer wieder selben Ausgangspunkt!


" Die Anderen "


...habe mich auf euch verlassen,

dachte mit euch -

im selben Boot zu sitzen.


! VORSICHT AN DER BAHNSTEIGKANTE !


Nein,

nein, nein - Nein!

Ich will nicht...


Der Zug der Zeit fährt ein,

in einen der vielen Bahnhöfe unserer Lebensabschnitte.

Als wäre man im Kurzurlaub gewesen,

so scheint's -

wieder steigt man ein.


Ein Koloss mit großen Wehmutsscheiben,

bestimmend -

geradlinig,

mit festem Ziel!

Neue Situationen,

so herrliche fremde Umgebung doch schnell -

versunken im Alltag.

Unter Erlebten,

sich wiederholenden Abfolgen -

unberührtes Neuland!


Verschmolzen mit all den Erinnerungen,

tief im Morast der Empfindsamkeit.


Sei spontan, - lache!

Sei simultan, - lasse zu!

Sei bereit,

empfange und an Größe nie zu groß -

zu geben!


Unmöglich sich zu verlieren,

mit dir -

in dir,

für dich.


Angst,

ich habe Angst vor euch!

Angst meinen Verstand zu verlieren,

mein Bewußtsein -

mein Ich...



......

 

 

 

 

 

Kindstod

Oliver Sachse / Cafe el dry 26.10.2007 / 4:30 Uhr

 

 

Des manchen hat man sich gefragt,

wohin die Reise geht -

am jüngsten Tag bemerkt man dann,

zur Umkehr...ist's zu spät.

 

Was in dir den Ursprung nahm,

dein Gefährte all die Jahre.

Jetzt hast du es verloren,

dein Alter nahm es dir -

dein Hochmut,

gewachsene Intelligenz.

 

Gezehrt von ihm, - unbemerkt benutzt.

 

Fröhlichkeit gepaart mit Unwissenheit,

Mut in der Naivität -

und diese Leichtigkeit in einer schier unendlichen Gedankenlosigkeit.

Nun,

heute unterliegst du kläglichst -

deiner Weisheit -

deinem eigenen Geist.

 

Mit Händen geschlagen und mit Füßen getreten,

es nicht gefüttert und verdursten lassen -

diesen,

sanften Leib.

Seine Sentimentalität beschnitten,

ihm die Füße gebrochen und die Augen geblendet -

das Herz geraubt.

 

Jetzt stehst du da,

verwundert -

wartend auf Applaus,

nichts -

jedoch nichts verhallt im Raum.

 

Was in dir nagt ist dieses Wimmern,

dieser Schmerz im Bauch -

der sich durch deinen Brustkorb gräbt und im Hals,

deinen Atem zu fressen droht -

dich erstickt.

 

Das Letzte,

was dich am Leben hielt -

dich tanzen lies,

verstarb in dir -

durch dich.

Da liegts gekauert brach in dir,

was mit dir teilen wollte.

Da fault und stinkt aus deinen Poren,

was dir das Leben war.

Verloren,

ohne Wiederkehr!

 

Deutlich klar,

sind  deine Worte -

schwelgend in Vergangenheit.

Im Genick geschärft,

des Beiles Klinge -

Seele,

rächt sich fürchterlich!

 

Sich zu vergehen an der Geburt,

sich zu erdreisten im Glauben klüger zu sein -

erhaben,

nein.

Da reicht kein noch so dunkler Kerker,

selbst der Tod wäre noch zu fein.

 

Du hast das Kind in dir getötet,

verloren -

und das ist allerhand.

getauscht mit dem Verstand.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Glaubenskrieg

07.09.2004 Leipzig, Cafe`el dry 4:00 Uhr

 

 

Noch in quälenden Windeln liegend,

Form und Bestand wird eingebläut.

Grenzen auferlegt,

ohne sie selbst erkundet zu haben.

Wissen von Jenen,

die gealtert sind -

hinein projiziert in noch unbedarftes,

kindliches Leben.

 

Da werden Mauern errichtet,

Zaun aufgestellt -

Schutz des eigenen Verstehens.

Alternd wird das Kind geleitet,

Geist ist vorgegeben.

 

Zwängende Schienen,

Weg klar definiert.

Getötet der Ursprung an Weite,

eigener -

konfuser selbstverständlicher Drang.

 

Benehmen und Taktgefühl vorgelebt,

eingefordert -

deutlich,

von noch unwissenden Dasein.

In der Entstehung gebärt sich Verderb,

des eigenen Seins -

unterbewußt wird Umgang zerstört.

 

Gepfercht in Gattern,

sorgfältig angelegt wird gedacht -

gegrübelt,

klar in Definition.

Da gibt’s Formeln der Menschlichkeit,

Formeln -

was Verstand bedeutet.

Da wird beurteilt von seines Gleichen,

was gut -

intelligent ja und,

was sau blöd.

 

Hochstapelei ist zum Brennen verurteilt,

heute -

die Farbe unseres Bestehens.

Nach Jahren des Lernens,

wie schon seit Gedenken -

mit Grundwissen ausstaffiert.

Gedrängt zum Erweitern des Wissens am Beispiel,

um Fortbestand zu realisieren.

 

Lohn all des Wissens,

der Intelligenz -

Arbeit um andere zu ernähren.

Zurück bleibt,

klein -

eigenes Denken und Wohlgefühl.

Geraubt durch die Masse...

 

Marionetten des Lebens,

allesamt -

auf dem Weg zum Schafott.

Zäh,

wie eine klebrige Masse im Selbstmitleid ertrinken -

um es anderen Vorzuwerfen.

Keine Fahnen mehr im Wind,

Parolen -

Türen fest verschlossen,

zum Ich.

 

Den Anderen haben wir den Schlüssel gegeben...

 

Im Alter,

wenn sich Geist meist selber kürt -

alles verstehend uns lehnend Brüsten.

Ein Leben voll Schwierigkeiten,

gemeistert durch klaren Verstand.

Kein Wort eigener Inkompetenz,

keine Silbe verrät -

seelisches Leiden.

Den eigenen Weg hoch lobend,

Andere belehren...

 

Geburt wiederholt sich,

im eigenen Leben -

schmerzlich im schleichenden Tod.

Das Versagen endend,

im naßkühlen Loch -

zeigt uns wahres Wissen und dessen Gehalt,

zeigt uns unser wahres Ich.

 

Zeigt uns das Ziel unseres Strebens,

das Ziel unserer Intelligenz -

zeigt uns,

das uns nichts unterscheidet von dem Tag an dem wir geboren wurden.

 

Noch mit größtem Wissen,

wir werden -

unwissend sterben?

 

 

 

 

 

 

 

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